Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Schwestern und liebe Brüder!
In unserem Alltag kommt es manchmal zu einem schnellen Wechsel der Jahreszeiten: eben noch gemütlich und vertraut, dann plötzlich laut und bunt – und kurz darauf wieder ernst und nachdenklich.
Mit Maria Lichtmess am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, blicken wir auf das Licht. Ein kleines Kind wird von seinen Eltern in den Tempel gebracht, und der alte Simeon erkennt: Gott ist da – leise, unscheinbar, aber voller Hoffnung. Dieses Licht will auch unseren Alltag erhellen, gerade da, wo er grau oder anstrengend erscheint. Die gesegneten Kerzen erinnern uns daran, dass Christus nicht fern ist, sondern mitten in unserem Leben.
Dann mischen sich plötzlich Farbe und Lachen hinein: Karneval. Für viele bedeutet das ein wenig Abstand vom Ernst des Lebens, ein befreiendes Lachen, vielleicht auch das Bedürfnis, einmal in eine andere Rolle zu schlüpfen. Auch das gehört zu uns Menschen. Freude, Humor und Gemeinschaft sind Geschenke Gottes, die uns Kraft geben können.
Doch kaum ist das letzte Konfetti zusammengefegt, beginnt mit der Fastenzeit eine neue Einladung. Der Aschermittwoch ruft uns auf, innezuhalten und ehrlich zu werden: Was trägt mich wirklich? Fasten kann helfen, wieder klarer zu sehen – auf Gott, auf die Mitmenschen und auf sich selbst.
Diese Wochen verbinden also vieles, was auch unseren Alltag prägt: Licht und Freude, Tempo und Stille, Feiern und Nachdenken. Vielleicht dürfen wir sie als Chance begreifen, bewusster zu leben und unserem Glauben neu Raum zu geben.
Ihr Pastor und Propst
Andreas Möhlig

