Heiligtumsfahrt Kornelimünster

Die_Reliquien_von_Kornelimünster

Bei der alle sieben Jahre stattfindenden Heiligtumsfahrt werden die Biblischen Heiligtümer ausgestellt und in feierlichen Gottesdiensten gezeigt. In den die Zeigung begleitenden liturgischen Texten wird an die biblischen Zusammenhänge von Schürz-, Grab- und Schweißtuch erinnert.

Neben der Zeigung hat sich bis heute der Brauch des Berührens der Tücher erhalten: Kranken werden die Heiligtümer aufgelegt.

Die Heiligtümer werden als "Zeichen" beschrieben, "die etwas bezeichnen, die auf eine Wirklichkeit hinweisen, die nicht marktschreierisch darzustellen ist ... Zeichen, in denen das Leben unseres Herrn Jesus Christus deutlich wird.

So sind die Stoffe, die Heiligtümer, nicht das Wesentliche, das Entscheidende. entscheidend ist, daß wir Jesus auf dem Weg entdecken, so wie die Emmaus-Jünger ihn entdeckten als den Begleiter-Gott, als den, der unseren Weg durch die Dunkelheit dieser Welt hell macht ..."

Die drei in der Propsteikirche St. Kornelius aufbewahrten Heiligtümer, die in enger Beziehung zu den vier Heiligtümern in Aachen stehen, werden wie in Aachen auch in Kornelimünster alle sieben Jahre den Gläubigen gezeigt. In einer Urkunde von 1359 ist zu lesen, dass man zu dem üblichen und biblischen Rhythmus von sieben Jahren überging. Gezeigt wurden die Heiligen Tücher von der äußeren Galerie der im späten Mittelalter errichteten Propsteikirche. Diese Tradition wurde bis heute fortgesetzt. Die letzte Heiligtumsfahrt, bei der die Reliquien im Besitz der Benediktinerabtei waren, fand 1790 statt. Vier Jahre später mussten sie vor den Truppen Napoleons nach Paderborn in Sicherheit gebracht werden.

Dem Bischof des ersten Aachener Bistums verdankte Kornelimünster, dass die Heiligtümer der neuen Pfarrei St. Kornelius übergeben wurde. Die Pfarrei wurde damit anstatt des Klosters zum Träger der Wallfahrt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es, zunächst zögerlich, zu einem Neuanfang der Heiligtumsfahrten. 1916 fiel die Heiligtumsfahrt wegen des Ersten Weltkrieges aus. 1937 zeigte Bischof Clemens August Graf von Galen die Heiligtümer von Kornelimünster von den Galerien der St.-Kornelius-Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition der Heiligtumsfahrt wieder aufgegriffen und seit 1979 wird die Heiligtumsfahrt unter einen Leitgedanken gestellt.

Die nächste Heiligtumsfahrt wird im Jahr 2021 stattfinden.