Pastoralgespräch mit Gästen

Regionalleitung und Weihbischof im Rat

Photo by Javier Allegue Barros on Unsplash (c) Javier Allegue Barros on Unsolash
Mo 25. Nov 2019

Die letzte GdG-Rats-Sitzung in 2019 fand am 19. November in Walheim statt. Als Gesprächsgäste nahmen teil Pastoralreferentin Katrin Hohmann von der Regionalleitung und Markus Schröder vom Prozessteam der Region Aachen-Stadt sowie Weihbischof Johannes Bündgens im Rahmen seiner Visitation der GdG.

Zu Beginn stellte Nicole Oelmann das Projekt „Onkel Alex“ in Kornelimünster vor, dass am Nachmittag des Tages von Weihbischof Bündgens eingesegnet wurde. Der inklusive Nahversorgungsladen versteht sich als „Lebensmittelpunkt zum Einkauf und für den sozialen Austausch“ und ist zu finden am Steinkaulplatz 12 (vormals Schlecker). Das Projekt schließt eine Lücke in der Nahversorgung und deckt mit seinem Sortiment das Nötigste für den Haushalt ab. Es gibt Bio-Produkte, Handwerkliches der Lebenshilfe und der Alexianer-Werkstätten sowie Pflanzen aus der eigenen Gärtnerei. Träger ist die Alexianer gGmbH, es entstehen Arbeitsplätze für Klienten der Alexianer. Caritas-Mitarbeiterin Margit Umbach brachte das Projekt durch Vernetzungsarbeit auf den Weg.

Die Vertreter des Regionalteams der Region Aachen-Stadt knüpften an ihren Januar-Besuch im Rat an und stellten die Ergebnisse eine Umfragung zur Lage und Einschätzung der Pastoral vor. Hauptthemen der Rückmeldung von der Himmelsleiter waren die Erreichbarkeit von Kirche im Nahraum sowie eine Stärkung des Ehrenamtes. Im nächsten Jahr sollen sieben Themen, die für unsere Region als drängend ausgemacht wurden, an Thementagen bearbeitet werden, um die Anliegen aus der Region gut in den diözesanen „Heute-bei-di-Prozess“ einbringen zu können.

Auch im Gespräch mit Weihbischof Bündgens ging es um die notwendige Präsenz von Kirche im Nahraum und die Sorge, dass zukünftig anonyme Großräume entstehen. Der Weihbischof warb für enge Kooperation und betonte, dass es in Gemeinden Ansprechpartner für Themen/Anliegen/Nöte braucht. Angesichts der Entwicklungen werden dies aber kaum noch Hauptamtliche sein können. Vertreterinnen des Rates berichteten von der starken Belastung vieler Engagierten. Auch das Thema Leitung wurde angesprochen. Gibt es ein Leitungsvakuum? Gibt es zu viel Leitung? Beides wird immer wieder beklagt. Weihbischof Bündgens teilte mit, dass an diesen Fragen gearbeitet wird, um auf Dauer vor Ort mehr Klarheit und Entlastung zu erreichen. Schließlich ging es um die Missbrauchsthematik und ihre strukturellen Ursachen. Im Rat wurden Unzufriedenheit und Ungeduld im Blick auf überzeugende Konsequenzen geäußert. Weihbischof Bündgens hielt dagegen, dass in der Kirche manches in Bewegung sei, aber Zeit brauche. „Demokratie, Partizipation, Gleichberechtigung sind auf jeden Fall dem Evangelium gemäß.“ Er sehe, dass Vieles exemplarisch im Kleinen schon probiert werde und ermutigte dazu, Neues auszuprobieren. Maßstab seinen die Ansprüche des Evangeliums und einige Regeln, die zu beachten seien. Er verwies auf den „Heute bei dir“-Prozess und die „Empfehlungen“ der Lenkungsgruppe. Zwei Bitte gab der Rat dem Weihbischof mit auf den Weg: 1) Er möge das große und tolle Engagement so vieler Frauen und Männer in der Kirche als Schatz und Chance sehen und aktiv nach neuen Wegen suchen. 2) Gute und notwendige Entwicklungen dürfen nicht durch starres Festhalten an Traditionen ausgebremst werden. Es braucht ein mutiges Zeugnis und Willen zu Veränderung.

Es folgten Planungen für 2020 sowie einige Infos unter TOP Verschiedenes. die Sitzung mündete in einem Dank für die intensive Ratsarbeit im ablaufenden Jahr und einem Umtrunk.

Patrick Wirges, 25. November 2019